Es gibt Bands, die hört man nebenbei – und dann gibt es solche, die bleiben. Fourplay gehört für mich eindeutig zur zweiten Kategorie. Ihre Musik begleitet mich seit vielen Jahren: mal entspannt im Hintergrund, mal bewusst und aufmerksam gehört, aber immer mit diesem besonderen Gefühl von Ruhe, Eleganz und Groove.
Wie alles begann
Meine erste Begegnung mit Fourplay war eher zufällig. Ein Instrumentalstück lief im Hintergrund, und ich merkte, wie ich automatisch genauer hinhörte. Diese Mischung aus Jazz, Funk und Soul hatte etwas unglaublich Fließendes – nichts Drängendes, nichts Überladenes. Später erfuhr ich, dass es sich um Fourplay handelte, eine Band, die bereits Anfang der 1990er-Jahre gegründet wurde und seitdem einen festen Platz im Contemporary Jazz hat.
Dass das Debütalbum Fourplay aus dem Jahr 1991 so erfolgreich war, überrascht mich rückblickend überhaupt nicht. Schon dort hört man, wie perfekt die Musiker aufeinander abgestimmt sind. Man hat das Gefühl, sie sprechen musikalisch dieselbe Sprache.
Die Menschen hinter der Musik
Was Fourplay für mich besonders macht, sind nicht nur die Songs, sondern die Persönlichkeiten dahinter.
Bob James am Keyboard steht für diesen warmen, klaren Sound, der sich durch viele Stücke zieht. Seine Harmonien wirken oft wie ein roter Faden, der alles zusammenhält.
Nathan East am Bass ist für mich das Herz der Band. Sein Spiel ist nie aufdringlich, aber immer präsent – groovend, rund und unglaublich musikalisch.
Harvey Mason am Schlagzeug sorgt für die nötige Tiefe und Dynamik. Je genauer man hinhört, desto mehr Details entdeckt man in seinem Spiel.
In den frühen Jahren gehörte Lee Ritenour zur Band, später prägte Chuck Loeb den Gitarrensound von Fourplay über lange Zeit. Gerade Loebs Spiel verbinde ich stark mit dem typischen Fourplay-Klang – sein Tod war für mich ein spürbarer Einschnitt, nicht nur für die Band, sondern auch für viele Fans.
Musik, die Raum lässt
Fourplay wird oft dem Smooth Jazz zugeordnet, aber für mich greift diese Bezeichnung fast zu kurz. Die Musik ist zwar zugänglich, aber keineswegs banal. Sie lebt von feinen Nuancen, ausgeklügelten Arrangements und einem tiefen musikalischen Verständnis.
Was ich besonders schätze: Die Stücke lassen Raum. Raum zum Abschalten, zum Nachdenken oder einfach zum Genießen. Fourplay ist Musik, die nicht dominiert, sondern begleitet – und gerade deshalb so stark wirkt.
Warum Fourplay für mich zeitlos ist
In einer schnelllebigen Musikwelt, in der Trends kommen und gehen, ist Fourplay für mich eine Konstante geblieben. Ihre Alben altern nicht, sie wirken auch Jahre später noch frisch und relevant. Vielleicht liegt es daran, dass hier keine Effekte im Vordergrund stehen, sondern echtes musikalisches Können.
Fourplay ist für mich der Beweis, dass Jazz modern, entspannt und gleichzeitig anspruchsvoll sein kann – und genau deshalb hat diese Band einen festen Platz in meiner persönlichen Musiklandschaft.
Diskografie – Fourplay (Studioalben)
1991 – Fourplay
1993 – Between the Sheets
1995 – Elixir
1998 – 4
1999 – Snowbound
2000 – Yes, Please!
2002 – X
2004 – Journey
2006 – 4play
2008 – Energy
2010 – Let’s Touch the Sky
2012 – Esprit de Four
2015 – Silver
2018 – Strings Attached
2020 – Fourplay Revisited